Buchtipps für draußen und drinnen

Lieber Leser*innen, hatten Sie in den letzten Wochen auch mehr Zeit zum Lesen, und hat es Ihnen gut getan?

Dann finden Sie nachfolgend ein paar Bücher, die meine Schreibwerkstättenteilnehmer*innen und ich empfehlen.

Viel Spaß beim Stöbern!

Ihr Cornelia

 

Im Urlaub habe ich viel gelesen. Besonders beeindruckt hat mich der Roman ‚Kleine große Schritte‘ von Jodi Picoult.

Er ist aus dem Jahr 2017 und hochaktuell, hier der Klappentext: Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

 

Im Roman wird abwechselnd aus der Sicht der wichtigsten Personen berichtet: Der Säuglingsschwester, des Neonazis, der Anwältin und – das ist wichtig für alle Schreibenden – man erlebt so die selbe Situation hautnah mit, erfährt, was die Person fühlt, warum sie die Dinge tut, wie sie sie tut. Sehr interessant ist das Nachwort der Autorin, wie sie mit dem Thema gerungen und warum sie es in dieser Art und Weise geschrieben hat.

 

»Furchtbar bedrückend, aber zugleich unglaublich erhellend. All das ist glänzend geschrieben. Es fällt schwer, dieses Buch aus der Hand zu legen.«, sagt Deutschlandfunk Kultur ,"Lesart" 03. Dezember 2017 dazu, und genau so ging es mir, ich konnte es nicht weglegen und habe viel gelernt.

© Cornelia Ehses

 

Besonders gut gefallen hat mir „City of Girls“, der neue Roman von Elizabeth Gilbert (die Autorin von „Eat  Pray Love“), daher würde ich die Geschichte gern als Buchtipp empfehlen.

Es handelt sich um die Lebensgeschichte einer Tochter aus gutem Hause, die in den 1940er Jahren an einem Revue-Theater in New York City als Kostümbildnerin gearbeitet hat. Die Protagonistin ist auch die Erzählerin. Da ich selbst ein großer Theater-Fan bin, hat mich die Story direkt angesprochen. In Ausdruck und Stil orientiert sich die Erzählweise an einem Broadwaymusical bzw. an amerikanischen Filmkomödien aus dieser Zeit. Ich würde sogar sagen, dass die zumindest der erste Teil der Geschichte selbst wie eine Komödie aufgebaut ist. Ohne zu viel verraten zu wollen kommt es jedoch zu einer nicht unbedingt vorhersehbaren Wende und ab da zieht das Erzähltempo an und der Ton verliert an Leichtigkeit.

Berührt haben mich zum einen die verschiedenen Frauenschicksale, die thematisiert werden. „City of Girls“ ist wirklich Programm und neben der Erzählerin werden noch viele weitere Frauen portraitiert. Es ist außerdem toll, einen Blick hinter die Kulissen von Theater und Showgeschäft werfen zu können und aus der Sicht von jemandem, der beruflich immer hinter den Kulissen bleibt (die Hauptfigur ist ja eben gerade keine Schauspielerin). Zuletzt bietet das Buch gerade in diesen Zeiten eine tolle Gelegenheit, sich ein bisschen nach New York zu träumen, auch wenn es natürlich nur ein erdachtes New York ist.

Kurzum: Vielleicht passt der Begriff „Feel good“-Buch. „City of Girls“ lässt einen mit einer unterhaltsamen und ereignisreichen Geschichte mit starken (Frauen)Figuren eintauchen. Die Unterschiede zwischen Schein und Sein werden dabei immer wieder thematisiert, was durchaus die Möglichkeit liefert Parallelen zu einigen Phänomenen des 21. Jahrhunderts zu ziehen.

 

© Anne-Sophie Rüther

 

 

Ein Lichtblick für mich war das Buch „City of Girls“ von Elisabeth Gilbert. Mit großem Vergnügen hab ich gelesen, wie sich eine 19-jährige kopfüber in  das aufregende Leben Manhattans der Vierziger Jahre stürzt, mit einer Freundin durch Bars tingelt und an jeder Ecke neue Abendteuer erlebt, die oft gerade noch glimpflich enden.

Das Buch begleitet Vivien bis ins Alter und gibt einen guten Einblick in die turbulenten 40er der „neuen Welt“.

© Hanne-Lore Wozny

 

 

 

„Gesang der Flusskrebse“ - 611 Hörminuten waren sehr sehr schön gelesen und es hat mich total gefesselt.

 

© Anne Kristin Bartke

 

Ich lese gerade ‚Das Lavendelzimmer‘ und finde es toll. Diese Ausdrucksweise zeigt mir, was man lernen kann oder vielleicht nie lernt. Es ist super lesenswert. Das Buch in der Hängematte ist purer Genuss.

 

© Birgit Gewisse

In den letzten Wochen hatte ich viel Zeit, mal wieder ins Bücherregal zu greifen. Hier fand ich einige Bücher von Manfred Hausmann. Seine Bücher habe ich als Jugendlicher und während des Studiums gerne und auch mehrmals gelesen. Gerade habe ich mir noch einmal „Und wie Musik in der Nacht“ vorgenommen. Gerne erinnere ich mich an die kleinen Geschichten von „Martin“ und „Isabel“. Als Jugendlichen hat mich das Buch „Abschied von der Jugend“ bewegt, aber auch „Abel mit der Mundharmonika“ und „Lampioon küsst Mädchen und kleine Birken.“

Gleichzeitig lagen auch Bücher von Wolfgang Borchert auf meinem Nachttisch - nicht nur „Draußen vor der Tür“. Es waren die Kurzgeschichten, die ich immer wieder gerne gelesen habe, wie „Schichypusch“, „Die Hundeblume“, „Das Brot“, „Die Küchenuhr“, „An einem Dienstag“ und vor allem  „Nachts schlafen die Ratten doch“. Bilder und Gefühle, die beim Lesen dieser Bücher in mir entstanden, sind noch immer in meinem Gedächtnis gespeichert und abrufbar.

Diese beiden Schriftsteller haben mein Interesse an Literatur geweckt und mich angeregt, selber zu schreiben. Später war es dann vor allem Heinrich Böll mit „Frauen vor Flusslandschaft“, „“Ansicht eines Clowns“;  „Wo warst du Adam?“ und die Hetze von „Bild“  gegen uns linke Studenten, die treffend in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ beschrieben wird.

© Lothar Lax

Bösland 

 

 

Klappentext: Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder … 

 

Sehr spannend, teilweise brutal, konnte das Buch kaum zur Seite legen.

© Cornelia Ehses

 

 

 

Alte Sorten von Ewald Arenz

Klappentext

 

Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.
Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeiten, die auf ihrem Hof anfallen, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen. Liss bietet ihr an, bei ihr auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere An-wesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.

 

Da geht es um die Begegnung von zwei sehr unterschiedlichen Frauen, um Nähe, Entschleunigung und den Blick auf das Wesentliche. Das Buch ist in einer ausgezeichneten Sprache geschrieben.

© Doris Schaub

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