Impulsnachtrag zum 06.04.2020

So ist das manchmal - da verschickst du verschiedene Schreibanregungen, es trudeln Texte ein, aber zu einem Impuls kommt nichts. Ist ja auch ok und du stellst den Artikel in den Blog.

Aber dann, ein paar Tage später kommen sie doch ...

 

 

Deshalb gibt es heute und hier einen Nachtrag zum 6. April-Impuls:

 

"Schreib einen (möglichst) siebenzeiligen Text, in dem die nachfolgenden Adjektive / Adverbien vorkommen:

Warm, großzügig, klar, sinnvoll, tolerant, hell grundsätzlich

Kühl, pedantisch, klar, sinnlos, intolerant, matt, grundsätzlich" 

Dazu entstanden:

Frühling mit Corona

 

Frühling. Es ist warm

Kühl haucht mich Corona an.

Die Natur verteilt großzügig ihre Gaben, alles blüht üppig

Pedantisch erobert Corona die Welt

Grundsätzlich kann ich darauf verzichten.

Der Himmel ist klar, kein Wölkchen zu sehen.

Klar ist nur: Corona ist da und verbreitet sich schnell

Wie sinnvoll, das Leben zu genießen

Sinnlos, sich zu wehren.

Sei tolerant gegen Corona, das unheimliche kleine Ding

Intolerant bin ich dagegen auch.

Lass es trotz allem hell in dir sein.

Matt lehne ich mich in meine Kissen

Diese Zeit wird grundsätzlich auch vorüber gehen.

 

 

© Karin Burmeister

 

 

kühl, pedantisch, klar, sinnlos, intolerant, matt, grundsätzlich

 

Klar!

Nicht akzeptabel

Sind intolerante Gedankenwelten -

Kühle Argumente sind pedantischer,

doch matter Gegenversuch!

Grundsätzliche Erkenntnis:

Sinnlos!

 

Warm, großzügig, klar, sinnvoll, tolerant, hell, grundsätzlich

 

Klar

Werde ich

Tolerante Menschen immer

Großzügig und warm unterstützen.

Ich versuche grundsätzlich

Hell-klingende Argumente.

Sinnvoll?

 

 Warm, großzügig, klar, sinnvoll, tolerant, hell, grundsätzlich

kühl, pedantisch, klar, sinnlos, intolerant, matt, grundsätzlich

 

Klar!

Intolerante Pedanterie

Scheint grundsätzlich sinnlos,

Toleranz großzügig, hell, warm!

Kühler Kampf gegen

Matte Gedankenwelten

Sinnvoll!

 

 

                                                        © Edith Lerch

 

 

Kühl empfängt der Amtsleiter den um Asyl bittenden Flüchtling.

Angenehm warm ist es in der Amtsstube.

Pedantisch richtet er die Stifte auf seinem Schreibtisch in Richtung Bittsteller aus.

Achmed ist erfreut, wie großzügig die Amtsleiterin seinem Antrag stattgegeben hat.

Achmed sieht klar, wie seine Chancen schwinden.

Ihm ist klar, sie hätte auch anders entscheiden können.

Es ist sinnlos auf Hilfe und Mitgefühl zu hoffen.

Als sinnvoll stellt es sich heraus, dass er einen Arbeitsplatz nachweisen kann.

Wie intolerant die Menschen hier in der Fremde doch sind.

In der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz ist er toleranten Menschen begegnet, die Ausländern gegenüber keine Vorurteile haben.

Mit matter Stimmer versucht er noch einmal seine Situation zu schildern.

Als er das Amt verlässt, strahlt die Sonne hell und warm vom Himmel.

Aber es ist vergeblich: „Wir machen grundsätzlich keine Ausnahme!“

Was ihn besonders freut: „Dem Nachzug seiner Familie steht grundsätzlich nichts im Wege!“

 

© Lothar Lax

 

 

Sein Auftreten war kühl.

Warm und mitfühlend betrachtete er seinen Freund.

Klar und eindeutig war seine Sprache.

Er sprach klar, ohne verletzend zu sein.

Pedantisch listete er die Fehler des Freundes auf.

Großzügig übersah er die Fehler seines Freundes, obwohl sie zum Rügen Anlass gaben.

Sinnlos war es, ihm zu widersprechen.

Seine Worte waren hoffnungs- und sinnvoll.

Jeder Widerspruch wäre matt ausgefallen.

Seine Augen strahlten hell und zuversichtlich.

Natürlich war er intolerant.

Nur seinem Freund gegenüber war er tolerant.

Doch grundsätzlich hatte er Recht.

Grundsätzlich lag es in seinem Wesen, großzügig zu sein.

  

© Franz Köhler

 

 

Disharmonie             

                                                                                  

Hat er grundsätzlich Recht?

Kühl ist sein Blick.

Pedantisch ist seine Ordnungsliebe.

Klar ist sein Wunsch.

Für ihn ist es sinnlos zu reden.

Er ist zu matt, um zu diskutieren.

Gegenüber der Partnerin ist er intolerant.

Warm ist ihr Herz.

Großzügig ist ihr Verhalten.

Ihr Blick ist klar und zugewandt.

Sinnvoll ihre Gesten

Sie ist tolerant, aufgeschlossen und verständnisvoll ihm gegenüber.

Hell und freundlich ist ihre Stimme.

Grundsätzlich fühlt sie sich wohl in ihrem Chaos.

 

Hat er grundsätzlich Recht?
Warm ist ihr Herz.

Kühl ist sein Blick.
Großzügig ist ihr Verhalten.

Pedantisch ist seine Ordnungsliebe.
Ihr Blick ist klar und zugewandt.

Klar ist sein Wunsch.
Sinnvoll sind ihre Gesten.

Für ihn ist es sinnlos zu reden.
Sie ist tolerant, aufgeschlossen und verständnisvoll ihm gegenüber.

Er ist zu matt, um zu diskutieren.
Hell und freundlich ist ihre Stimme.

Gegenüber der Partnerin ist er intolerant.
Grundsätzlich fühlt sie sich wohl in ihrem Chaos.

 

© Maria Boyn

 

 

Grundsätzlich liegt er matt auf dem Sofa

Das Leben ist sinnlos, denkt er klar und kühl.

Ist er pedantisch und intolerant?

 

Eingesperrtes Gedankengut.

 

Da überfallen ihn warme Gedanken

Klare und helle Eingebungen.

Gibt es grundsätzlich Sinnvolles in seinem Leben?

 

Ich könnte in diesem Jahr meiner Mutter

ein großzügiges Osterpaket schicken.

Ich könnte mich ihr gegenüber toleranter verhalten.

Ich rufe sie an.

 

Er steht auf. Draußen wird es hell.

 

 

© Sabine van de Sandt, April 2020

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